Als drei Löbner-Uhren auf meinem Schreibtisch landeten, muss ich gestehen, dass ich die Münchner Marke nicht kannte. Doch sobald ich die Uhren aus ihren Hüllen nahm, waren sie sofort fasziniert. Sie unterscheiden sich optisch von vielen anderen Uhren, und einige einzigartige Merkmale dieser Zeitmesser lassen sie nicht nur durch ihr Aussehen hervorstechen. Die ersten beiden Modelle, die wir zum Testen erhielten, waren die Löbner Sledge mit schwarzem Zifferblatt und Kautschukarmband sowie eine Version mit silbernem Zifferblatt und Edelstahlarmband. Auf diese werde ich mich in diesem Artikel konzentrieren. Ich hatte aber auch die Gelegenheit, den Steelracer Chronographen mit seinem eisblauen Zifferblatt auszuprobieren. Es ist Zeit, mehr über Löbner und die Uhren vor uns zu erfahren!
Löbner ist eine deutsche Marke, die ursprünglich 1862 von Franz Ludwig Löbner gegründet wurde. Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie als Spezialmarke für Kurzzeitmessungen mit der Möglichkeit zur Messung von Hundertstel- und Tausendstelsekunden bekannt. Von da an war Löbner mit dem Pferderennsport verbunden und auf vielen europäischen Rennstrecken präsent. Darüber hinaus wurde Löbner in den 1920er- und 1930er-Jahren offizieller Zeitnehmer der Olympischen Spiele. Schließlich wurde die Marke Anfang der 1930er-Jahre offizieller Zeitnehmer verschiedener Motorsportveranstaltungen. Im Laufe der Zeit verlor Löbner an Bedeutung und verschwand schließlich von der Bildfläche. Doch wie wir wissen, erleben viele einst nicht mehr existierende Uhrenmarken dank ihrer bemerkenswerten Geschichten ein Revival. Löbner wurde Ende 2023 mit der Präsentation des Steelracer Chronographen offiziell wieder eingeführt.
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Löbners Wiederauferstehung 2023
Angesichts der Zeitmessungsgeschichte von Löbner war die Wiedereinführung der Marke mit einem Chronographen absolut sinnvoll. Etwas mehr als ein Jahr später hatten wir die Gelegenheit, die Löbner Steelracer- und Sledge-Modelle zu testen. Wir erhielten den Steelracer Ice und den neuen Sledge in den Farbvarianten Schwarz und Silber zum Test. Ich habe mich vor allem auf die beiden letztgenannten Modelle konzentriert, da sie eine interessante Interpretation einer modernen Sportuhr darstellen. Wir hatten die Gelegenheit, sie sowohl mit Edelstahl- als auch mit Kautschukarmband zu testen. So konnte ich herausfinden, was die Sledge aus der Masse ähnlich aussehender Uhren hervorstechen lässt. Und ja, die Sledge hat einiges zu bieten.
Die Löbner Sledge-Modelle haben mich direkt nach dem Auspacken überrascht. Es sind formschöne Uhren, die sich unglaublich hochwertig anfühlen. Wir erhielten die schwarze Sledge mit Kautschukarmband, die silberne mit Edelstahlarmband. Beide haben natürlich ein 40,5 mm großes, tonneauförmiges Gehäuse ohne Bandanstoß und eine angenehme Dicke von 9,8 mm.
Das Gehäuse ist formschön gestaltet und weist einen kleinen Vorsprung auf der linken Seite und eine große Kappe auf der rechten Seite auf. Die Marke nennt diese Kappe „Sledge“ und ist damit das namensgebende Element der Uhr. Diese von Löbner entworfene und patentierte „Brücke“ schützt die Krone und den darunterliegenden Kronenschutz. Um die Krone zu bedienen, drücken Sie den Schlitten einfach nach oben. Die Kappe schützt nicht nur die Krone, sondern verleiht dem Gesamtdesign auch ein interessantes optisches Element.
Löbners speziell entwickeltes Inner Circle Lock-System
Das überwiegend gebürstete Gehäuse verfügt über kleine polierte Teile und Facetten, die der Uhr einen besonderen optischen Akzent verleihen. Dieses Modell ist außerdem mit einer einseitig drehbaren Außenlünette ausgestattet, die einen inneren 60-Minuten-Ring zur Zeitmessung steuert. Dreht man die Außenlünette im Uhrzeigersinn, dreht sich sowohl die 60-Minuten-Skala als auch das Glas. So lässt sich die 0 auf der Minutenskala mit dem Minutenzeiger ausrichten. Richtet man die 0 auf die 12-Uhr-Position aus, dient der Ring als normale Minutenskala zur Zeitmessung.
Löbner nennt diesen speziell entwickelten und raffinierten Mechanismus „Inner Circle Lock“. Trotzdem ist das Gehäuse bis 100 Meter wasserdicht, und das Schöne daran ist, dass die Ingenieure es geschafft haben, die Uhr insgesamt auf eine Dicke von unter 10 mm zu bringen. Der Inner Circle Lock erinnert mich an Taucheruhren mit Innenlünette, die jedoch üblicherweise eine zweite Krone verwenden. Bei Löbner hat man eine Methode entwickelt, die Drehung der Innen- und Außenlünette ohne zusätzliche Krone zu verbinden (ähnlich dem System der Sinn 903 St II). Das macht das Zeitmessen einfach, und das finde ich super.
Ein wunderschönes Zifferblattdesign
Im Gehäuseinneren befindet sich ein Sonnenschliff-Zifferblatt in Schwarz oder Silber. Das schwarze Zifferblatt hat weiße Schrift, Markierungen und Ziffern, während diese Elemente auf dem silbernen Zifferblatt schwarz sind. Der Art-déco-Stil des Zifferblatts gefiel mir sofort. In Kombination mit dem Gehäusedesign ergibt dies eine Uhr, die sofort ins Auge fällt. Die Typografie ist ansprechend und stilvoll, und die verschiedenen Elemente wirken harmonisch.
Die größten Elemente auf dem Zifferblatt sind die Ziffern 3, 6, 9 und 12, die zwar immer noch bescheiden wirken, aber dennoch den Gesamteindruck prägen, während die übrigen Elemente kleiner ausfallen. Mir gefällt auch die Schriftart, da sie gut mit Text harmoniert. Besonders schön finde ich das Löbner-Logo in der oberen Hälfte des Zifferblatts. Die Wörter „Automatik“ und „Zeitmesser“ sind nebeneinander angeordnet und vermitteln so einen Eindruck vom verfügbaren Platz auf dem Zifferblatt. Man merkt, dass viel Wert auf die Gestaltung des Zifferblatts gelegt wurde, und ich bin vom Ergebnis begeistert. Über dem Zifferblatt schweben zwei roséfarbene, bleistiftförmige Stunden- und Minutenzeiger mit Super-LumiNova. Ein schlanker Sekundenzeiger mit Leuchtspitze rundet das Zifferblatt ab.
Das Löbner 6717 Uhrwerk
Hinter dem Stahlboden verbirgt sich das Löbner-Kaliber 6717. Dieses 24-steinige Automatikwerk basiert auf einem Schweizer Kaliber von La Joux-Perret. Sie arbeitet mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, bietet 68 Stunden Gangreserve und verfügt über einen Wolframrotor. Die Kaliber der Marke werden in Glashütte montiert und reguliert, die Gehäuse in Pforzheim gefertigt. Daher trägt das Zifferblatt der Marke stolz das Prädikat „Made in Germany“.
Löbner bietet die Sledge mit vier Zifferblattfarben an. Neben Schwarz und Silber stehen auch Blau und Grün zur Auswahl. Kombinieren Sie die Uhr mit einem Edelstahlarmband oder einem farblich passenden Kautschukarmband. Das Armband ist hochwertig verarbeitet und verfügt über eine Butterfly-Schließe. Das flexible Kautschukarmband ist mit einer Faltschließe mit Druckknopfverschluss ausgestattet.
Die Löbner Sledge tragen
Am Handgelenk ist das hochwertige Design dieser Uhren deutlich spürbar und macht das Tragen zu einem wahren Vergnügen. Das schlanke Profil ist brillant und das Armband sehr hochwertig verarbeitet. Auch das Kautschukarmband überzeugte und fühlte sich sofort nach dem Auspacken super flexibel und weich an. Die Uhr sitzt perfekt am Handgelenk und wirkt dadurch besonders hochwertig, was für die hohe Qualität von Löbner spricht.
Am Handgelenk ist die hohe Qualität der Sledge deutlich zu sehen und zu spüren. Jede Drehung der Lünette, jedes Gleiten des Schlittens und jedes Klicken des Verschlusses vermittelt das Gefühl einer echten Luxusuhr. Die Verarbeitung zeugt von viel Liebe zum Detail, und das Design der Uhr ist durchdacht. Nachdem ich die Sledge einige Tage getragen hatte, kamen mir jedoch einige Fragen. Die erste betraf die Größe von 40,5 mm. Obwohl sie alles andere als groß ist, fragte ich mich, ob sie nicht etwas kleiner hätte sein können. Uhren mit integrierten Armbändern wirken am Handgelenk tendenziell größer, und diese ist keine Ausnahme. Das schlanke Profil der Sledge verstärkt dies noch.
Fragen zur Sledge beim Tragen
Dieses Gefühl wird noch verstärkt, wenn man sich das Zifferblattdesign ansieht. Es ist zwar schön, wirkt aber geräumig – fast ein bisschen zu geräumig. Das brachte mich auf die Idee, die Sledge hätte auch eine 39-mm-Uhr sein können, was genau meinen Geschmack getroffen hätte. Das ist natürlich sehr persönliche Geschmackssache, denn ich mag meine Uhren heutzutage gerne etwas kleiner. Generell bevorzuge ich aber bei optisch ansprechenden Sportuhren mit integriertem Armband einen Durchmesser unter 40 mm. Der Sledge-Kronenschutz auf der rechten Gehäuseseite sorgt zudem für einen größeren Platzbedarf am Handgelenk.
Das bringt mich zu einer zweiten Frage. Ich mag den Sledge-Kronenschutz als Spielelement. Er hat unerwartete Spieleigenschaften. Das Hochschieben ist so befriedigend, weil es sich zwar sanft bewegt, aber genau den richtigen Widerstand bietet. Zur Veranschaulichung: Der obere Teil der Sledge ist mit einem Ring unter der Lünette verbunden, der sich gegen den Uhrzeigersinn dreht, bis er in der Endposition einrastet. Da der Sledge jedoch nicht allzu groß ist, ist die von ihm geschützte Drück-/Zug-Krone recht klein, was die Bedienung erschwert.
Abschließende Gedanken zur Löbner Sledge
Abgesehen von einigen Vorbehalten fand ich die beiden Löbner Sledge-Modelle nach einigen Tagen Tragezeit ziemlich beeindruckend. Die Sledge ist der perfekte Nachfolger der ersten Steelracer, die wir ebenfalls erhalten haben und in einem separaten Artikel vorstellen werden. Am meisten gefielen mir an der Sledge das Art-déco-inspirierte Zifferblattdesign, die ausgeklügelten Konzepte des Kronenschutzes und der internen 60-Minuten-Lünette sowie die unglaubliche Umsetzung dieser Ideen. Die Verarbeitungsqualität war einfach beeindruckend, und sie wirkte wie ein echtes Beispiel deutscher Ingenieurskunst für eine hochwertige Luxusuhr.
In einer Welt, die ständig von neuen Uhren und Marken überflutet wird, heben sich die oben genannten Punkte meiner Meinung nach von Löbner ab. Auch der Rolex-Händler Bucherer hat dies erkannt und ist exklusiver Händler für Löbner-Uhren geworden.
Die neue Löbner Sledge kostet 9.600 € mit Armband und 8.600 € mit Kautschukarmband. Für beide Beträge erhält man eine beeindruckende Uhr mit einem schönen und originellen Konzept und einer fantastischen Umsetzung. Mit der Steelracer und der Sledge hat Löbner zwei charaktervolle Modelle geschaffen, die mich neugierig machen, wohin die Geschichte der Marke führen wird. Wenn man die ersten Schritte als Anhaltspunkt nimmt, stehen uns gute Aussichten bevor.
Uhrenspezifikationen
MARKE
Löbner
MODELL
Sledge Schwarz Kautschuk / Sledge Silber
ZIFFERBLATT
Schwarz mit weißem Aufdruck / Silber mit schwarzem Aufdruck
GEHÄUSEMATERIAL
Edelstahl
GEHÄUSEABMESSUNGEN
40,5 mm (Durchmesser) × 9,8 mm (Dicke)
GLAS
Saphir
GEHÄUSEBODEN
Edelstahl, verschraubt
UHRWERK
Löbner 6717 (La Joux-Perret-Basis): Automatik mit Handaufzug und Stoppfunktion, 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, 68 Stunden Gangreserve, 24 Steine, Wolframrotor
WASSERDICHTIGKEIT
100 Meter
ARMBAND
Integriertes Edelstahlarmband mit Butterfly-Schließe oder schwarzes Kautschukarmband mit Faltschließe
FUNKTIONEN
Uhrzeit (Stunden, Minuten, Sekunden), innenliegende drehbare 60-Minuten-Lünette
PREIS
8.600 € (Kautschukarmband) / 9.600 € (Stahlarmband) Armband)
BESONDERE HINWEISE
Exklusiv erhältlich in Bucherer-Filialen weltweit